Protokoll der Jahreshauptversammlung 2015

Ein etwas anderes Protokoll von Herbert Stolle über die Sitzung des Erweiter­ten Bundesvorstandes und über die Jahreshauptversammlung des “Freien Ver­bandes Zahntechnischer Laboratorien e.V.” am 23./24.10.2015 im Kastens Hotel Luisenhof, Hannover.

Cuxhaven, d. 3.11.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Sympathisanten und Freunde!

Nachdem ich sicher sein durfte, dass die Teilnehmer unserer Jahreshauptversamm­lung wieder unversehrt nach Hause zurückgekehrt sind, werde ich Ihnen in meiner Doppelfunktion als Chefredakteur und Bundesvorsitzender über den Inhalt der Sitzung unseres Erweiterten Bundesvorstandes und der Hauptversammlung – angereichert mit einigen Zusatzinformationen – berichten:
Den Teilnehmern als Dank für ihr Engagement, den zu Hause gebliebenen Kollegen zur Information und Motivation, unseren Sympathisanten und Förderen als Beweis dafür, dass ihre Unterstützung einer guten Sache dient.

 

Regularien
Zur Einleitung ein paar Hinweise auf die unvermeidlichen Regularien.

  • Die beiden Buchprüfer ZTM. Horst Stoltenberg und ZTM. Henry Rogmans bescheinigen dem Geschäftsführenden Bundesvorstand eine ordnungsgemäße und fehlerfreie Buchführung.
  • Der Geschäftsführende Bundesvorstand wird entlastet.
  • Als neue Buchprüfer werden gewählt die Zahntechnikermeister Marco Krause und Michael Rogmans.
  • Die Verbandssekretärin Katja Papp hält ein qualifiziertes Referat über die effektive Arbeit der Bundesgeschäftsstelle. Sie stellt allerdings fest, dass die aktuelle Kapitaldecke nicht ausreicht, um die jetzt notwendig gewordenen Maßnahmen im Sinne unseres Verbandszieles “Raus aus dem SGB V” zu fi­nanzieren.
  • Die Versammlung beschließt daraufhin eine einmalige Umlage für alle Vollmit­glieder, sowie ab dem 1.1.2016 eine moderate Beitragserhöhung (siehe Anlage für alle davon Betroffenen)
  • ZTM- Herbert Stolle wird in seinem Amt bestätigt und für die nächsten drei Jahre als Bundesvorsitzender wieder gewählt.

Sämtliche der o.g. Abstimmungen erfolgten einstimmig.

 

Mitbestimmung des mündigen Bürgers
Der als Hauptreferent geladene Prof. Dr. Beske musste seine Teilnahme auf­ grundeines Unfalls seiner Ehefrau kurzfristig absagen. Dadurch konnte der Grundsatzdiskussion der FVZL-Mitglieder, die sich mit der Zukunft des deutschen Zahntechnikerhandwerks beschäftigen, mehr Zeit eingeräumt werden.
Dabei ging es u.a. um die gemeinsame Beurteilung von Fehlentwicklungen, die zum Teil ihre Ursache in der zurzeit für das Zahntechnikerhandwerk noch geltende Planwirtschaft haben: Unlauterer Wettbewerb, Billigimporte aus Nah­ und Fernost, Korruption und ihre gesetzliche Verfolgung, der schmale Grat zwi­schen Beratung und Behandlung, Rückgang der Auszubildenden und Mindestlöhne für qualifizierte Zahntechniker, antiquierte Ausbildungs- und Prüfungsord­nung.

Die konkreten Ergebnisse dieser Festlegungen werden von uns erst dann öffent­lich gemacht, wenn dazu ein aktueller Anlass besteht.
Unser besonderer Dank gilt den Referenten, die sich explizit auf ein Thema vor­ bereitet hatten. Das waren die Zahntechnikermeister Thomas Eigenbrod, Alexander Busch, Carl Wesely, Carlo Hoppe und Marco Krause.

 

Freiheit statt Sozialismus, FVZL contra VDZI
Die Zahntechnikerinnungen und ihr Bundesverband VDZI waren wegen ihrer planwirtschaftlichen Grundhaltung jahrelang den scharfen Attacken der “Freien Zahntechniker” ausgesetzt.

Inzwischen hat die Korrosion des VDZI den Grad der Handlungsunfähigkeit er­reicht, so dass er immer häufiger nur noch zur Zielscheibe von Mitleid und Spott wurde. Ein völlig überforderter VDZI-Präsident, der gerade erst mit etwa 64 Pro­zent der Delegiertenstimmen noch einmal wiedergewählt wurde, lässt sich von seiner Hofberichterstattung als “Promotor der Zahntechnik” feiern, während er einen Flop nach dem anderen verursacht. Er verkündet “nur gemeinsam sind wir stark”, während ihm scharenweise die Mitglieder davon laufen. Er verhält sich wie ein Reiseveranstalter, der in einem Gefängnis Prospekte für “Last-minute-Reisen” verteilt.

 

BEL-Privatpreisliste, der letzte Schritt ins Verderben
Der bisherige VDZI-Vizepräsident aus Nordbayern, der bei seiner Bewerbung um den VOll-Präsidenten-Posten eine herbe Niederlage einstecken musste, entwickelt inzwischen mit seinem Nordbayrischen Innungsvorstand eine geradezu abenteuerliche Idee. Unter dem Vorwand, die Einmischung privater Krankenversicherungen in die Preisgestaltung der Laboratorien zu verhindern, verteilt die Innung nun ihrerseits eine “Preisspannen-Liste regio Nordbayern”.
Nach unserer Einschätzung ist das Ziel klar. Auf diesem Wege soll – sofern das Kartellamt dieses Treiben nicht stoppt – eine von der Innung entwickelte Privat­preisliste die bisherige freie Kalkulation der Laboratorien ersetzen. Wir sind gespannt, was jene Laborinhaber dazu sagen, die ihre Existenz vorwiegend auf Herstellung von Privatzahntechnik aufgebaut haben. Ein guter Anlass, Mitglied im FVZL zu werden.

 

Arbeitgeberverband Zahntechnik e.V
Der Obermeister der Innung Rheinland-Pfalz, die schon seit langem kein Mitglied des VDZI mehr ist, meldet sich mit einer für jeden Freiverbändler alarmierenden Aktion. Der unermüdlich nach neuen Ehren lechzende Kollege hat einen Arbeitgeberverband Zahntechnik gegründet, sich selber zum Präsidenten küren lassen und möchte jetzt (im Übrigen durchaus professionell und anfechtungsfrei vorbereitet) u.a. Tarifverträge mit Gewerkschaften abschließen.
Man stelle sich vor: Von oben drücken die Zwangspreise der Krankenkassen, von unten klettern die Löhne (was bei einem freien Zahntechnikerhandwerk ein normaler Vorgang wäre…) und dazwischen haucht der zerquetschte, Verantwortung tragende Unternehmer sein Leben aus.
Es lebe der Sozialismus!

 

Zur nochmaligen Klarstellung
Mit seinem “Raus aus dem SGB V” fordert der FVZL, dass das deutsche Zahntechnikerhandwerk seine verloren gegangene Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung zurück erhält, damit die etwa 7000 Handwerksbetriebe im Auftrag der Zahnärztinnen und Zahnärzte im freien Wettbewerb Zahnersatz “Made in Germany” herstellen und sich damit auch in dem immer globaler werdenden Wettbewerb behaupten können.

 

Bundestagsabgeordnete: Freund oder Feind?
Diese Klarstellung war notwendig, um auch dem letzten bildungsfernen Dumm­ schwätzer zu verdeutlichen, was wir vom “Freien Verband Zahntechnischer Labo­ratorien e.V.” seit 35 Jahren nicht anders gesagt und gewollt haben.
Nachdem wir bei unserer Forderung nach “Raus aus dem SGB V” inzwischen je­den Einwand widerlegt, jeden Widerspruch überzeugend ausgeräumt haben, ver­legen sich irgendwelche noch nicht identifizierte Elemente darauf, uns zu verleug­nen und jene Abgeordnete des deutschen Bundestages, die sich für unsere For­derung nach Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung interessieren, mit Falschaussagen zu belügen und zu manipulieren.
Dementsprechende Untersuchungen laufen zurzeit. Aus Dankbarkeit und Res­pekt gegenüber dem Präsidenten des deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert, der sich persönlich in die Ermittlungen eingeschaltet hat, werde ich zu­nächst jede weitere Aussage unterlassen.

 

Politik “Made in Germany”
Das wird uns, die “Freien Zahntechniker”, jedoch nicht davon abhalten, unsere Strategie und Taktik angesichts der bevorstehenden Wahlen zu konkretisieren. Parteien, die in unserer immer globaler werdenden, freien Gesellschaft noch im­mer dazu neigen, sozialistisches, planwirtschaftliches Gedankengut einzu­schmuggeln, werden von uns wie Feinde bekämpft.
Das musste bereits 2009 eine Ulla Schmidt und ihre SPD erfahren, (während wir zeitgleich die FDP unterstützten) dadurch u.a. flog die wortbrüchige FDP 2013 aus dem Parlament, und für eine CDU, sofern sie sich im Widerspruch zu ihrem eigenen Grundsatzprogramm positioniert, dürfte sich das bis 2017 zu einem un­kalkulierbaren Risiko ausweiten.

 

Abschied:
ln seinem Schlusswort zitierte ZTM. Herbert Stolle als soeben wiedergewählter Bundesvorsitzender (und als Mitglied der Hayek Gesellschaft) Worte des Nobel­preisträgers Friedrich A. Hayek; “Die wirksame Beschränkung von Macht ist das wichtigste Problem sozialer Ordnung. Der Staat ist für die Bildung einer solchen Ordnung nur insoweit unerlässlich, als er jeden vor Zwang und Gewalt aller ande­ren schützt. Aber sobald der Staat zu diesem Zweck mit Erfolg das Monopol auf Zwang und Gewalt selber beansprucht, wird er zugleich zur Hauptbedrohung indi­ vidueller Freiheit.”

Ich freue mich darauf, weiterhin gemeinsam mit Ihnen für die Freiheit, Gerechtig­keit und Eigenverantwortung des selbständigen Unternehmers zu kämpfen und bleibe in herzlicher Verbundenheit

Ihr-Herbert-Stolle
Herbert Stolle
Bundesvorsitzender
und Chefredakteur

 

 

 

 

PS in eigener Sache:
Am 23. Dezember ’15 werde ich 80 Jahre alt. Aus meiner Sicht nicht erwähnenswert. Die Nachforschungen meiner Freunde und Kollegen, was man mir aus diesem Anlass schenken könnte, sind mir jedoch nicht verborgen geblieben.
Deshalb sage ich Euch: Ich bin ein glücklicher, zufriedener Mensch, zutiefst dank­bar für seine geistige und körperliche Belastbarkeit. Alles, was ich brauche, habe ich, und was ich nicht habe, brauche ich auch nicht.
Wer mir dennoch eine Freude machen möchte, der könnte mir eine schöne Ansichtskarte aus seinem Heimatort schicken. Ich würde die daraus gefertigte Collage über meinen Schreibtisch hängen, als stetige Erinnerung daran, an wessen Seite ich die nächsten 1000 Tage kämpfen darf.

Euer Herbert Stolle

 

 

 

Der Sturmvogel – Nr. 10

Der Sturmvogel, die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

Der Sturmvogel Nr. 10

Freier Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V. – Oktober 2015

  • Bundestagsabgeordnete werden im Namen des Bundesministeriums für Gesundheit manipuliert und belogen
  • Gewitter über Hayek-Land
  • FVZL-Jahreshauptversammlung 2015
  • Ein Angebot für unsere Sympathisanten
  • Zahnärzte helfen Flüchtlingen

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Der Sturmvogel – Extra-Ausgabe August 2015

Der Sturmvogel, die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

Der Sturmvogel Extra-Ausgabe

Freier Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V. – August 2015

  • Bundestagsabgeordnete werden von dem BMG manipuliert und belogen
    Das deutsche Zahntechnikerhandwerk, politisch vertreten durch den „Freien Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V.“ (FVZL), fordert seine verloren gegangene Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung zurück. Nur so können sich die deutschen Handwerker mit rechtstaatlichen Mitteln gegen die Folgen der ihnen aufgezwungenen Planwirtschaft, gegen Korruption und Abrechnungsbetrug, gegen die Billigimporte aus Nah- und Fernost erfolgreich zur Wehr setzen.
  • Hoffnungsträger
    aus “Der Sturmvogel” Nr. 6, Oktober 2014

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Der Sturmvogel – Nr. 9

Der Sturmvogel, die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

Der Sturmvogel Nr. 9

Freier Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V. – Juli 2015

  • Gefährliche Dilettanten
    von Herbert Stolle
  • Einigkeit und Recht und Freiheit …
  • RICHTIGSTELLUNG
  • Das Schweigen der Lämmer
  • Professor Dr. Oberender †

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Der Sturmvogel – Extra-Ausgabe

Der Sturmvogel, die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

Der Sturmvogel Extra-Ausgabe

Freier Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V. – April 2015

  • Plan-Chinesisch im Gesundheitswesen
    von Hans-Henning Bieg
  • Tagebuch eines Zehnkämpfers
    von Herbert Stolle

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Der Sturmvogel – Nr. 8

Der Sturmvogel, die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

Sturmvogel Nr 8

Der Sturmvogel Nr. 8

Freier Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V. – April 2015

  • GANZ OBEN GANZ UNTEN
    von Christian Wulff, Bundespräsident a. D.
  • Der Freiheit eine zweite Chance
  • Raus aus den Innungen
  • Aus der Bundesgeschäftsstelle

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Der Sturmvogel – Nr. 7

Der Sturmvogel, die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

Sturmvogel Nr 7

Der Sturmvogel Nr. 7

Freier Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V. – Januar 2015

  • Gegen den Strich gedacht
    von Prof. Dr. Johann Braun
  • Freiheit statt Sozialismus
    FVZL-Jahreshauptversammlung 2014
  • Wirtschaftstrainer Hans-Uwe Köhler in TOP-Form
  • Aus der Bundesgeschäftsstelle

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Der Sturmvogel – Nr. 6

Der Sturmvogel, die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

FVZL Sturmvogel 6

Der Sturmvogel Nr. 6

Freier Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V. – Oktober 2014

  • Selbstbestimmung contra Bevormundung
    von Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Oberender
  • Hoffnungsträger
  • Enteignet
  • Splitterblomben
    Anregungen zum Diskutieren und Nachdenken
  • Ali’s letzte Fahrt
  • FVZL-Jahreshauptversammlung

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Der Sturmvogel – Nr. 5

Die Mitgliederzeitung des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien (FVZL) erscheint jeweils zum Anfang eines Quartals und ist gegen eine Schutzgebühr auch für Nichtmitglieder bei der Bundesgeschäftsstelle des FVZL erhältlich.

Themen Sturmvogel Nr. 5

  • Erfolg war gestern – Gelingen ist heute! von Hans-Uwe L. Köhler
  • Standespolitik für Freiheitskämpfer – 3. Teil
  • Ohne Moos nix los
    Dem „Verband Deutscher Zahntech­niker­Innungen“ (VDZI) kamen zuerst die Ideen, dann die Mitglieder und letztlich seine Beitragseinnahmen abhanden…
  • Ehre wem Ehre gebührt
    Der Frankfurter Wissen­schaftler und Universitätsprofessor Dr. H. ­Chr. Lauer zum Ehren-­Zahntech­nikermeister ernannt.
  • Jahreshauptversammlung 2014

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Standespolitik für Freiheitskämpfer – 3. Teil

Die meisten Fragen, die unserer Redaktion gestellt wurden, zielten auf das ambivalente Verhältnis zwischen den „Freien Zahntechnikern“ (FVZL) und den Innungen bzw. deren Bundesverband VDZI ab. Wir werden deshalb in diesem letzten Teil darauf antworten. Kurz und bündig, anschließend möchten wir uns wieder der Zukunft zuwenden.

Anno 1981
Kurz nach seiner Verbandsgründung veröffentlichte der FVZL sein 11­ Punkte­-Aktionsprogramm, das u.a. zur Geschlossenheit des Zahntechniker­handwerks aufrief, von den Labor­inhabern die Mitgliedschaft in den Innungen und von den Innungen die Mitgliedschaft im VDZI forderte.
Die Reaktion des VDZI? In seinem Zentralorgan „Teleskop“ beschimpfte er den FVZL als Spaltpilz und brüllende Maus.

5_Comic-RVO

Anno 1983
Der FVZL rief das Cuxhavener „Nordsee-­Seminar“ (externer Link) ins Leben und bot der Niedersächsischen Zahntechnikerinnung die Kooperation an. Die Innung lehnte ab und inszenierte eine Konkur­renzveranstaltung in der Nachbarstadt Stade.
Das Ergebnis? Die Innungsveran­staltung wurde ein totaler Flop und fand nur einmal statt. Das „Nordsee­-Seminar“ des FVZL wurde in Zusam­menarbeit mit der Niedersächsischen Zahnärztekammer zu einer 20 ­Jahre dauernden Erfolgsgeschichte auf höchstem Niveau. (Siehe „Der Sturm­vogel“ Nr. 3: Fortbildung)

Anno 1998
Der FVZL hatte inzwischen die politi­sche Führung des Zahntechnikerhand­werks übernommen und überzeugte den Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer von der Notwendigkeit eines freien Wettbewerbs. (Siehe „Der Sturm­vogel“ Nr. 4: Politische Parteien)

Anno 2004
Nachdem die Verelendung des Zahn­technikerhandwerks durch das Treiben einer Rot/Grünen Bundesregierung seinen verhängnisvollen Verlauf ge­nommen  hatte,  erhielten  die  Zahn­techniker  sechs  Jahre  später  durch die  nachfolgende  große  Koalition eine erneute Chance. Zu der Anhö­rung zwecks Beratung eines neuen Gesundheitsreformgesetzes war auf Empfehlung der CDU/CSU­-Fraktion auch der FVZL-­Bundesvorsitzende eingeladen.
Die Reaktion des VDZI? Unter Hin­weis  auf  die  ihm  vom  Gesetzgeber verordnete  alleinige Verhandlungs­kompetenz  erreichte der VDZI, dass der FVZL wieder ausgeladen wurde. Das  Ergebnis  dieser  Anhörung  ent­nehmen wir im Original der Schilderung eines teilnehmenden VDZI­-Vorstands­mitgliedes:
„Das focht den VDZI allerdings nicht an, in einer von ihm Ende 2004 initiierten Anhörung der verantwortlichen auf­ sichtsführenden Ministerialbürokratie die Mängel des vom GBA geschaffe­nen Festzuschuss­-Systems in einer solchen Deutlichkeit aufzuzeigen, dass die Delegation des VDZI als destruktive Truppe des Saales verwiesen wurde.“

5_Comic-Geschlossene-Gesellschaft

Anno 2008
Die Schriften des FVZL, vorzugsweise aus der Feder ihres Bundesvorsitzen­ den (Siehe „Der Sturmvogel“ Nr. 4: Pressearbeit), hatten inzwischen addiert eine Millionenauflage erreicht. Die „Freien Zahntechniker“ konnten sich sogar auf die Erkenntnisse des früheren  VDZI­-Präsidenten  ZTM. Klaus Kanter berufen, der posthum eingestanden hatte: „Verantwortung anderen zu überlassen, ist ein erster Schritt in die Unfreiheit.“
Wie jedoch reagierte der Nachfolge Vorstand des VDZI auf die Forde­rung der „Freien Zahntechniker“ nach Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenver­antwortung, konkreter gesagt, nach: Raus aus dem Sozialgesetzbuch V?
Originalton des bereits zitierten VDZI­-Vorstandsmitgliedes: „Wenn Trompeter Stolle mit der FVZL-Panikband den Untergangs­-Blues spielt und zum Aus­tritt aus den Zahntechniker-­Innungen auffordert,  ist das nichts Neues und nur durch Wiederholung wird der Song auch nicht besser.“

Anno 2012
Der FVZL hatte inzwischen die Er­wartung aufgegeben, mit seinem Kontrahenten doch noch zu einem konstruktiven Dialog zu kommen.
„Nicht satisfaktionsfähig“, lautete das Urteil über den VDZI. Ausdrücklich bestätigt fühlten sich die „Freien Zahntechniker“ durch zwei Drittel aller Dental­-Laboratorien. Diese waren ent­weder ganz aus ihrer Innung ausgetre­ten oder gehörten einer Innung an, die wiederum kein Mitglied im VDZI war. Aktuelles Beispiel: Innung Thüringen. Als sich nun auch noch 97 Prozent aller Kollegen dem von dem VDZI kreierten Bürokratiemonster „Q_AMZ“ verweigerte, flippte unser hinlänglich bekannter KvD (Kritiker vom Dienst) völlig aus und verkündete in seinem Zentralorgan „Teleskop“ als Fazit eines ausschweifenden Pamphlets: „Der FVZL und sein Bundesvorsitzender sind wegen seines außerordentlichen Benehmens eine quantité négligeable, eine Null – und werden allerorts lieber von hinten als von vorne gesehen.“

Anno 2014
Inzwischen sind es ein paar tausend „Nullen“, die nicht mehr Mitglied ihrer Innung sind. Dadurch schrumpfen auch die Einnahmen des VDZI. Dieser spricht von Entsolidarisierung und ändert seine Satzung. Danach dürfen jetzt auch Einzelbetriebe Mitglied im Bundesverband werden. Geschichtskundigen Lesern ist dieser Vorgang aus der Zeit des Römischen Reiches bekannt, dessen Devise lautete: Pecunia non olet.

Illustrationen von A. Albrand

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