Wenn Widerstand zur Pflicht wird

von ZTM. Herbert Stolle, FVZL-Bundesvorsitzender

Das Verhältnis der Bürger zum Staat, Politmüdigkeit, Unbequem-Sein – darum ging es in dem Editorial von dental-labor-Chefredakteurin Dr. Angelika Schaller in der August-Ausgabe. Herbert Stolle, streitbarer Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien, FVZL, nimmt dies zum Anlass, seine Definition von „unbequem“ darzulegen. Hier seine Ausführungen.

Revolution

Wenn Widerstand zur Pflicht wird...

„Wir sollten wieder das werden, was im Grunde die eigentliche Pflicht eines jeden Bürgers sein sollte: unbequem.“

Dieser Schlusssatz aus dem letzten Editorial der Chefredakteurin Dr. Angelika Schaller wirkte wie eine Steilvorlage auf all jene Zahntechniker und Meister, die bereits seit Jahrzehnten alles andere als bequem waren.

Meinungsführer war und ist der „Freie Verband Zahntechnischer Laboratorien“ (FVZL), der sich seit der Einbindung des Zahntechnikerhandwerks in die RVO vehement für Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung der Zahntechniker in Deutschland einsetzt. Politisch auf den Punkt gebracht: Raus aus dem SGB V!

Die politischen Kontrahenten des FVZL sind der „Verband Deutscher Zahntechniker Innungen“ (VDZI) im Windschatten der Bundesministerin Ulla Schmidt und Teilen der SPD, die immer noch ihren sozialistischen Ideen folgen, alles staatlich reglementieren wollen und den freien Wettbewerb für ein Werk des Teufels halten.

Die Folgen dieser falschen Politik sind deutlich sichtbar: Das deutsche Zahntechnikerhandwerk ist ruiniert oder wie es der VDZI selbst formuliert: Die Lage ist jämmerlich.

Die gerechte Strafe ist ebenso erkennbar: Den Innungen laufen die Mitglieder davon, der VDZI wird handlungsunfähig und die Umfrageergebnisse der SPD haben einen neuen Tiefststand erreicht. Demgegenüber sind die „Freien Zahntechniker“ nach einem langen Weg durch die Instanzen auf der Zielgeraden angekommen. Mit Unterstützung der Meinungsträger aus CDU/CSU und FDP, wohlwollend begleitet u. a. von den Verbänden der Unternehmer, des Mittelstandes, der Ärzte und Zahnärzte, ist der „Freie Verband Zahntechnischer Laboratorien“ hervorragend aufgestellt, um seinen geknechteten Berufsstand nach der Bundestagswahl wieder in die Freiheit zu führen.

Leicht gemacht wurde den „Freien Zahntechnikern“ dieser lange Weg allerdings nicht. Die Aussage der eingangs zitierten Chefredakteurin über die Politikmüdigkeit der Bürger und den Mangel an Wehrhaftigkeit der Betroffenen deckt sich mit den Erfahrungen, die die FVZL-Freiheitskämpfer häufig machen durften. Es bewahrheitete sich das Dichterwort: „Der größte Feind der Freiheit sind zufriedene Sklaven“.

Inzwischen jedoch sind die Sklaven aufgewacht. Und wenn sich nunmehr eine Fachzeitschrift wie „das dental labor“ entschließt, auch der Politik einen angemessenen Platz einzuräumen, wäre das ein gutes Signal für den gemeinsamen Kampf für eine erfolgreiche Zukunft des freien deutschen Zahntechnikerhandwerks.