Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

ZTM Herbert Stolle

FVZL Bundesvorsitzender ZTM Herbert Stolle

Die Einbindung des deutschen Zahntechnikerhandwerks in die damalige Reichsversicherungsordnung (RVO) war ein Fehler – sowohl politisch, als auch wirtschaftlich und moralisch.
Als Antwort auf diese Fehlentscheidung der Politik gründete sich der „Freie Verband Zahntechnischer Laboratorien e. V.“. Seine Forderung: Raus aus der RVO.
Anfang 1998 kam die CDU/CSU/FDP Bundesregierung dieser Forderung nach. Unter Minister Horst Seehofer (CSU) wurden die Zahntechniker wieder frei. Der Markt normalisierte sich – allerdings nur für kurze Zeit. Der Ausgang der Bundestagswahl 1998 brachte eine SPD/Grüne Bundesregierung. Und mit ihr Gesundheitsministerin Fischer, die ebenso inkompetent wie dogmatisch verblendet alles wieder rückgängig machte, was unter Seehofer aufgebaut worden war.
Der Niedergang des deutschen Zahntechnikerhandwerks schritt unaufhaltsam voran. Von der allgemeinen Preis- und Lohnentwicklung abgekoppelt, durch jahrlange Null-Runden und regierungsamtliche Preissenkungen der Liquidität beraubt, folgten Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit und Zerstörung der Infrastruktur. Billiganbieter aus Nah- und Fernost bauten mit Hilfe von Handelsgesellschaften und dubioser Krisengewinnler ihre Netzwerke aus und organisierten Korruption und Abrechnungsbetrug. Der Ehrliche wurde der Dumme.
Mit der Einführung der Zahnersatz-Festzuschüsse Anfang 2005 ist auch die letzte Rechtfertigung  für die Strangulierung des Zahntechnikerhandwerks hinfällig geworden.
Mit seiner aktuellen 5-Stufen-Strategie fordert der FVZL die politisch Verantwortlichen heraus. In ihren ebenfalls aktuellen Grundsatzprogrammen verspricht die Politik genau das, was der FVZL fordert: Mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung. Es wird zu einer Frage der Glaubwürdigkeit, ob die Politik in der Lage sein wird, ihre eigenen Grundsatzprogramme am Beispiel der Zahntechniker in die Tat umzusetzen.