Manifest II

Manifest II

Die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland wird aufgefordert, das deutsche Zahntechnikerhandwerk aus den Zwängen des Sozialgesetzbuches V zu entlassen.
Das wettbewerbeinschränkende Gesetz verhindert, dass sich das Zahntechnikerhandwerk den veränderten, globalen Anforderungen anpassen kann. Dadurch droht eine Vernichtung seiner Infrastruktur, die nur durch den Einsatz einer normalen, d. h. marktwirtschaftlich und unternehmerisch angemessenen Struktur erhalten werden kann. Konkret beinhaltet diese Forderung, dass die Vertragsfreiheit zwischen Zahnärzten und dem Zahntechnikerhandwerk wieder hergestellt wird und dass sich der Zahntechniker als freier Unternehmer wirkungsvoller gegen ausländische Billiganbieter von Zahnersatz wehren und somit zum Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Deutschland beitragen kann.

Begründung

Durch die im Jahre 1977 erfolgte Einbindung des Zahntechnikerhandwerks in die Reichsversicherungsordnung (RVO) verband der Gesetzgeber die Absicht, die Kosten für Zahnersatz zu reglementieren und somit die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu entlasten. Durch die im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetztes (GMG) eingeführten Festzuschüsse ist dieser Grund hinfällig geworden.

Nebenwirkungen

Bereits bei der Einbindung in die RVO kamen erhebliche Zweifel auf, ob diese unternehmerfeindliche Maßnahme den gewünschten Erfolg haben würde. Während der freie Wettbewerb vorher Angebot und Nachfrage in kostendämpfender Weise auch im Interesse der Krankenkassen reguliert hatte, nahm unter dem Schutz staatlicher Fürsorge und der Etablierung von Höchstpreislisten die Zahl neuer Laboratorien sprunghaft zu.
Die Umsätze stiegen explosionsartig. Der Markt lief aus dem Ruder. Die Infrastruktur eines ehemals gesunden Handwerksberufes löste sich auf. Das heutige Bild wird geprägt von Arbeitslosigkeit, Lehrstellenabbau, Firmenpleiten, Korruption und Abrechnungsbetrug.

Folgen der Normalisierung

Die direkten bzw. indirekten Partner des Zahntechnikerhandwerks würden durch den in Freiheit entlassenen Berufsstand keine Nachteile haben; im Gegenteil!
Position der gesetzlichen Krankenversicherung
Der Verwaltungsaufwand, den die Krankenkassen durch ihre arbeitsintensiven Verhandlungen mit den Institutionen der Zahntechniker aufbringen müssen, hat sich bürokratisch aufgebläht und verursacht Verwaltungskosten, die sie der Behandlung ihrer erkrankten Mitglieder entziehen. Die Forderung nach Freiheit für die Zahntechniker kann somit von den Krankenkassen nur begrüßt werden. Ihr Haushalt wird entlastet.

Unterstützung durch die Zahnärzteschaft

Die niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte sind innerhalb Deutschlands die einzig möglichen Auftraggeber des Zahntechnikerhandwerks. Mit überwältigender Mehrheit befürworten sie die Forderung nach einem freien Zahntechnikerhandwerk und den damit verbundenen Bürokratieabbau. Die Wiederherstellung der Vertragsfreiheit zwischen den Zahnärzten und dem Zahntechnikerhandwerk ist unser gemeinsames Ziel.

Widerstand der Innungen und ihres Dachverbandes VDZI

Auch die Zahntechnikerinnungen und ihr „Verband Deutscher Zahntechniker Innungen e.V.“ (VDZI) bezeichnen die Situation des Zahntechnikerhandwerks als Katastrophe.
Dessen ungeachtet, halten sie an dem Zustand der Zwangseinbindung fest. Der Grund ist einfach zu durchschauen: Jeden Monat wird ein sechsstelliger Euro-Betrag unter ihren Funktionären verteilt. Bürokratie und Zwangsverwaltung wurden für wenige ein lukratives Geschäft zu Lasten der Gemeinschaft. Schon jetzt ist fast die Hälfte aller Dental-Labors aus Protest gegen diese Fehlentwicklung nicht mehr Mitglied einer Innung.

Einschätzung der politischen Parteien

Parteien-übergreifend, insbesondere innerhalb der großen Koalition, werden Forderungen verbreitet, die absolut identisch sind mit der Forderung des „Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien e. V“:
Mehr Freiheit wagen, mehr Eigenverantwortung ausüben, mehr Wettbewerb betreiben, Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern, weniger Staat und weniger Bürokratie bei gleichzeitig mehr Gerechtigkeit für den fleißigen und einsatzbereiten Unternehmer.
Die verantwortlichen Abgeordneten werden sicher versuchen, ihre Forderungen durchzusetzen. Sie haben in uns, dem „Freien Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V.“ einen aufrichtigen Verbündeten, der seine Forderung wiederholt, das deutsche Zahntechnikerhandwerk aus den Zwängen des SGB V zu entlassen und zurückzuführen zu einem freien, selbstverantwortlichen Handwerksberuf.

• Weiterführende Informationen sind bei der FVZL-Geschäftstelle erhältlich.
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Unsere Forderung nach Streichung des Wortes „Zahntechnik“ aus dem SGB V haben wir nach der Einführung der Zahnersatz- Festzuschüsse in bisher fünf Stufen vorgetragen. Zuerst sachlich, dann begründend, später politisch-diplomatisch und schließlich aggressiv.

Zu der fünf Stufen Strategie sind folgene politischen Informationen erschienen, die Sie sich im Pdf-Format herunterladen können.

Politische Information zur Funf Stufen Strategie Nr. 1
Politische Information zur Funf Stufen Strategie Nr. 2
Politische Information zur Funf Stufen Strategie Nr. 3
Politische Information zur Funf Stufen Strategie Nr. 4
Politische Information zur Funf Stufen Strategie Nr. 5