Last Order – Raus aus den Innungen und raus aus dem Sozialgesetzbuch V!!

In der Bundesgeschäftsstelle des „Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien e.V.“ stapeln sich die zustimmenden Antworten zu der Umfrage: „Ja, ich unterstütze die FVZL-Forderung nach „Raus aus dem SGB V“.
Die Antworten kommen von angestellten Zahntechnikern, Meistern, Laborinhabern, Wissenschaftlern, Hochschullehrern, Zahnärzten, Juristen, Landesvorsitzenden der „Freien Zahnärzte“, Präsidenten der Zahnärztekammern, Unternehmensberatern, Journalisten und Bundestagsabgeordneten.

In der Mai-Ausgabe unter „FVZL-aktuell“ wurden noch einmal und abschließend objektiv die Fakten des SGB V geschildert. Hier und jetzt folgt ebenso letztmalig das kritische Fazit über die Folgen dieser politisch angezettelten Fehlentwicklung.
Obwohl bereits mehr als die Hälfte aller Laborinhaber nicht mehr Mitglied einer Innung ist, reicht der Beitrag zahlende Rest aus, die Anhänger des SGB V am Leben zu halten. Nach den Schätzungen des FVZL teilen sich die Innungs- und VDZI-Funktionäre jedes Jahr 2,5 Millionen Euro an Gehältern bzw. Aufwandentschädigungen unter sich auf. Solange sie das noch können, werden sie an dem Status quo festhalten, auch wenn dieser für jedes deutsche Dental-Labor einen jährlichen Einnahmeverlust von durchschnittlich 100.000,- Euro bedeutet.

Unter Einbeziehung der zahlreichen Leserbriefe, die uns zum Thema „SGB V“ erreichten, kommentieren wir diese verhängnisvolle Fehlentwicklung in Kurzform.

RVO-Einbindung

Aus der heutigen Sicht aller Betroffenen war sie eine politische Fehlentscheidung. Sie produzierte Bürokratie, trieb die Kosten in die Höhe, liquidierte den marktgerechten Wettbewerb und nahm den bislang freien Unternehmern ihre Selbständigkeit.

Kassenzahntechnische Vereinigungen

Die Laienspielschar inkompetenter Innungsfunktionäre erreichte nicht eines ihrer angestrebten Ziele. Stattdessen verdoppelte sich die Zahl der Dental-Labors, weil ein bisher marktregulierender Wettbewerb durch die scheinbare Sicherheit einer Höchstpreisliste ersetzt wurde.

Lieferberechtigungsnummern

Die Erwartungen, mit dieser Regulierungsmaßnahme Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, erwies sich als nicht durchsetzbar. Das genaue Gegenteil wurde erreicht, indem Zahnersatz für deutsche Patienten in ausländischen Garagenlabors und zahnärztlichen Besenkammern angefertigt oder über dubiose Krisengewinnler verhökert wurde.

Gemeinsamer Bundesausschuss

Wie naiv muss man eigentlich sein, um nicht zu erkennen, dass es hier vorrangig um die Verteilung von Geld und Macht und um den Einfluss auf politische Entscheidungen geht? Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Kliniken, Apotheker, Pharmaindustrie u.a. verzeichneten während der letzten zehn Jahre Einnahmezuwächse zwischen 15 und 50 Prozent. Auf den Konten der Krankenkassen liegen inzwischen 20 Milliarden Euro. Die Einnahmen für Zahnersatz gingen im gleichen Zeitraum abermals um 10 Prozent zurück. Ihren „Verhandlungsführern“ vom VDZI wurde erklärt, dass sie damit gemäß SGB V einen verantwortungsvollen Beitrag zur Beitragssatzstabilität der Krankenkassen leisten würden. Im Bundesausschuss wollte man sie nicht haben.

Kontrolle über Ausbildung

Wenn ein bedeutungsloser Würstchenbudeninhaber als VDZI-Funktionär glaubt, er könne Einfluss ausüben auf die Qualität der Ausbildung in 7.000 Handwerksbetrieben, so ist das ein Akt grenzenloser Selbstüberschätzung. Tatsache ist stattdessen, dass sich als Folge der weiteren Verelendung des Zahntechnikerhandwerks die Zahl der Ausbildungsplätze halbiert hat. Lehrlinge werden nicht mehr ausgebildet sondern ausgebeutet, indem sie – ohnehin schon unterbezahlt – als Gipser, Putzfrauen oder Botenfahrer die Hälfte ihrer Ausbildungszeit zur Senkung der Personalkosten ihres Ausbildungsbetriebes beitragen.
Mit der angeblichen Pflicht zur Teilnahme an der „überbetrieblichen Ausbildung“ stopfen die Innungen ihre Finanzlöcher. Ihr großartig propagierter Erfolg bei der Verbreitung eigener Qualitätsmanagement-Modelle entpuppt sich als Hochstapelei. Kaum drei Prozent aller deutschen Dental-Labors haben sich an diesem Flop beteiligt.

Schau-Prozesse

Selbst dreißig Jahre nach der gesetzlichen Einbindung haben die Innungsfunktionäre und ihr VDZI noch immer nicht begriffen, dass weder das Bundesschiedsamt noch irgendein Landessozialgericht die Kompetenz hat, Gesetze zu erlassen. Es kommt einem Akt kollektiver Verblödung gleich, wenn die o.g. Funktionäre viel Kraft und Geld investieren, um einerseits im SGB V zu verbleiben und andererseits die damit verbundenen Auswirkungen gerichtlich eliminieren zu wollen.

Nebenschauplätze – Fazit

Den gelegentlich zur Schau gestellten Aktionismus unserer Funktionäre werden wir nicht kommentieren. Er dient nur zur Ablenkung ihres totalen berufspolitischen Versagens. Die Folgen werden sein: Die Zwangspreise bleiben blockiert, bald wird auch der private ZE. über Zwangspreislisten reglementiert, die Verluste werden steigen, die Löhne werden weiter schrumpfen, die Zahl der Auszubildenden geht in den Keller, das Kartellrecht u.a. kann aufgrund der SGB V-Einbindung nicht in Anwendung gebracht werden. Wer das Geschäft macht, werden wir mit unseren Lesern und Sympathisanten diskutieren, sobald der Bundesgerichtshof seine Entscheidung zum Thema Korruption verkündet hat.

An unsere Kollegen, die erkannt haben, dass ihre Existenz in Gefahr ist, richten wir den Apell: Treten Sie sofort aus der Innung aus. Werden Sie Vollmitglied im FVZL und sorgen Sie dafür, dass aus Sklaven wieder Unternehmer werden!