Ein Verband sagt „Danke.“

Der Vergleich aus der Welt des Sports ist zutreffend: Der „Freie Verband Zahntechnischer Laboratorien e. V.“ (FVZL) verhält sich wie ein Marathonläufer, der nach einer langen und beschwerlichen Wegstrecke in das Stadion einbiegt, um angesichts der Ziellinie zum Endspurt anzusetzen.

ZTM Herbert Stolle

ZTM Herbert Stolle

Das Ziel des FVZL und der Zahntechniker in Deutschland ist klar und deutlich definiert. Sie wollen raus aus dem SGB V. Sie fordern Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung, um sich in einer immer globaler werdenden Welt erfolgreich im freien Wettbewerb gegen die Konkurrenz aus Nah- und Fernost behaupten zu können.

Die „Freien Zahntechniker“ haben hervorragende Chancen, ihre Forderung nach der Bundestagswahl 2009 durchzusetzen. Das ist ein guter Anlass, ausdrücklich all jenen Politikerinnen und Politikern zu danken, die das Zahntechnikerhandwerk unterstützt haben und auch bei der Umsetzung seiner Forderung helfen werden.

Stellvertretend für den FVZL-Bundesvorstand, seine Mitglieder und Sympathisanten, fasst der FVZL-Bundesvorsitzende, ZTM. Herbert Stolle, die Begegnungen der letzten Jahre zusammen und schließt ausdrücklich jede der hier erwähnten Persönlichkeiten in den Dank für ihre Unterstützung ein.

„Einleiten sollten wir unsere Rückschau mit dem Versuch des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping (SPD), die Sanitätsoffiziere Zahnärzte zu veranlassen, ihre Prothetikaufträge nach Polen zu schicken. Nach einer kleinen Anfrage der FDP und der CDU/CSU Bundestagsfraktion wurde diese Aktion beendet und der Befehl zurückgenommen.

Unsere Bitte um Unterstützung begann neben vielen anderen Aktivitäten bei der Aussprache mit unserem jeweils zuständigen Bundestagsabgeordneten. Beispielsweise reichte Enak Ferlemann, Sprecher der niedersächsischen MdBs unser Anliegen mit einer positiven Bewertung an seine Kollegen aus dem Berliner Gesundheitsausschuss weiter. Dort erfolgten nach und nach ausführliche Diskussionen mit den Bundestagsabgeordneten Anette Widmann-Mauz, Andreas Storm, Dr. Hans-Georg Faust, Dr. Rolf Koschorrek, Wolfgang Zöller und Dr. Michael Meister.

Besonders einvernehmlich verliefen Gespräche und Diskussionsrunden mit Landespolitikern, hier am Beispiel Niedersachsen mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden David McAllister, dem Justizminister Bernd Busemann (CDU) und Dr. Ursula von der Leyen während ihrer Amtszeit als niedersächsische Ministerin für Frauen, Familie, Soziales und Gesundheit. Ihre Amtsnachfolgerin Mechthild Ross-Luttmann lud uns erst kürzlich zu einem sehr ausführlichen Gespräch nach Hannover ein.

Die Teilnehmer der Veranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum des FVZL erinnern sich noch lebhaft an die sympathische Grußbotschaft der Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst (CDU) und an den Besuch unseres Wirtschaftsministers Walter Hirche (FDP), dessen Nachfolger Dr. Philipp Rösler (FDP) nahtlos die liberale Politik auch uns gegenüber fortsetzte.

Schon längst war aus der zunächst nur gesundheitspolitischen Forderung des FVZL ein juristisches bzw. gesellschaftspolitisches Anliegen geworden. In direkter Folge der Gespräche mit den Abteilungsleitern aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium (z. B. mit dem Ministerialdirigenten Ulrich Petersen) ergab sich u. a. ein Meinungsaustausch mit Martin Schleyer, dem Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und mit Dr. Ulf Böge, dem Präsidenten des Bundeskartellamtes.

Sowohl schriftlich als auch im persönlichen Gespräch konnte Übereinstimmung hergestellt werden mit den Ministerpräsidenten Peter-Harry Carstensen (Schleswig-Holstein), Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalen) und Roland Koch (Hessen). Ganz besonders eindeutig hatte sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer positioniert, der schon 1998 in seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister uns Zahntechnikern die Freiheit zurück gab und seitdem als zuverlässiger Freund unseres Berufsstandes eine besondere Wertschätzung genießt.

Erst kürzlich unterstrich Dr. Peter Ramsauer, MdB, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, in einem persönlichen Brief die Übereinstimmung des CSU-Parteivorstandes mit den Zielen des „Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien“.

Selbstverständlich bemühte sich der FVZL-Vorstand auch um eine Verständigung mit der Gesundheitsministerin U. Schmidt (SPD). Diese ließ ihren Staatssekretär Dr. Schröder antworten. Diese Antwort entartete in der Einschätzung des FVZL zu einem Dokument der Heuchelei und Verlogenheit. Wenn jetzt der Kanzlerkandidat der SPD, F.-W. Steinmeier, über die Schaffung von 4 Millionen neuer Arbeitsplätze fabuliert, zur selben Zeit aber billigend in Kauf nimmt, dass ein ganzer Handwerksberuf in Deutschland an die Wand gefahren wird, toppt er die Unfähigkeit seiner Gesundheitsministerin noch einmal und erhält als Kanzlerkandidat das Prädikat „besonders unglaubwürdig“.

Eine völlig andere Welt eröffnete sich uns bei einem Gespräch im Gästehaus des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff, CDU. Nicht ohne Grund ist Christian Wulff der beliebteste deutsche Ministerpräsident. Vollmundige Versprechungen sind nicht seine Sache. Statt dessen hört er zu und handelt. Taktvoll und diplomatisch öffnete Christian Wulff uns die Tür zum Bundeskanzleramt. Dort folgten zwei ausführliche Gespräche mit dem Ministerialdirektor Dr. Ulrich Roppel, dem Leiter der Abteilung 3 und der Referentin für Gesundheitspolitik, Sonja Optendrenk. Das Ergebnis: Kommunikation vom Feinsten – Politik kann doch auch Spaß machen.

Wie bereits erwähnt, hat das Problem der deutschen Zahntechniker auch eine wirtschaftspolitische Seite. Bundeswirtschaftsminister Freiherr zu Guttenberg handelte schnell und entschlossen. Seine Einladung in das Bundeswirtschaftsministerium brachte zwei Treffen und einen ausführlichen Meinungsaustausch mit den zuständigen Ministerialräten Joachim Garrecht (Referat Handwerk), Dr. Armin Jungbluth (Referat u. a. Gesundheitspolitik und Kartellrecht) und seiner Nachfolgerin im Amt Kirstin Pukall.

Unser Fazit ohne Pathos: Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Allen unseren Gesprächspartnern sagen wir noch einmal DANKE ! Wir freuen uns auf den 27. September. Dann haben wir die Wahl.

PS. Über die meisten dieser Gespräche wurde ausführlich berichtet in „Das Internationale Zahntechnik Magazin“. Der Verlag, der Herausgeber und die Chefredakteurin haben sich um das deutsche Zahntechnikerhandwerk verdient gemacht. Für ihre liberale und weltoffene Haltung gebührt ihnen das besondere „Dankeschön“ aller Autoren und Leser.