Die Wut der Zahntechniker

Es gibt in Deutschland keine Fachzeitschrift, die sich ausführlicher und aktueller mit der standespolitischen Situation der deutschen Dental-Labors und ihrer angestellten Zahntechniker auseinandersetzt als „Das Internationale Zahntechnik Magazin“.

Als Reaktion auf die Rubrik „FVZL-aktuell“ erreichten den dafür verantwortlichen „Freien Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V.“ zahlreiche Zuschriften und Anrufe. Wir geben nachfolgend eine Auswahl dieser Meinungsäußerungen wieder.
Gerne nimmt der FVZL weitere Statements seiner Kolleginnen und Kollegen entgegen!

„In meinem Dental-Labor beschäftige ich fünfzehn Mitarbeiter. Ich musste feststellen, dass manche meiner Auftraggeber immer häufiger bestimmte Arbeiten nach China oder in die Türkei schicken. Um diesen Umsatzrückgang zu kompensieren, mache ich in Form persönlicher Gespräche Akquisition. Die Reaktion der meisten von mir angesprochenen Zahnärzte lautet: Wie viel Rabatt geben Sie? Was kriege ich umsonst? Und das Ganze möglichst an der Steuer vorbei.“

„Die Hardliner unter den Zahnärzten streben die „Lufthoheit“ über die Zahntechnik an. Unterstützt werden sie dabei von FDP-Politikern wie Bahr und Rösler, denen Be-griffe wie Freiheit und Gerechtigkeit offenbar egal sind, vor allem dann, wenn es um die Frage geht, von wem sie im nächsten Wahlkampf die meisten Spenden erwarten können. Meine Stimme werden die aber nie wieder erhalten!“

„Unsere Bundesarbeitsministerin von der Leyen hält eine generelle Lohnerhöhung von 6,5 Prozent für unbedingt erforderlich. Wie ich als Laborinhaber, dem eine Erhöhung der Zwangspreise um 0,3 Prozent zugesprochen wurde, derartige Lohnerhöhungen finanzieren soll, sagt sie nicht, obwohl sie als ehemalige Landesgesundheitsministerin genau wissen müsste, was zurzeit mit uns Zahntechnikern passiert.“

„Arbeitskräfte auf dem Frankfurter Flughafen, deren Ausbildung bereits nach sechs Monaten abgeschlossen ist, verdienen schon jetzt doppelt so viel wie ein ausgebildeter Zahntechniker. Dennoch verlangen die Flughafenarbeiter 50 Prozent mehr Lohn und können zwecks Durchsetzung ihrer Forderung den Flugverkehr lahmlegen. Macht geht vor Recht. Für uns Zahntechniker bleibt nur noch die Hoffnung auf eine Mindestlohnregelung.“

„Mein Meisterlabor mit sechs Mitarbeitern wird immer mehr zum Reparaturbetrieb für Kassen-Prothetik. Privattechnik wird in den Praxislabors meiner Kunden gefertigt. Da spielt Qualität eine untergeordnete Rolle. Und wenn wir tatsächlich auch mal eine Arbeit für einen Privatpatienten machen dürfen, wird uns sein Versicherungsstatus verschwiegen, so dass wir letztlich doch wieder nach BEL abrechnen müssen.“

„Als es um die Verteilung der Macht ging, erhielt die IG-Metall die Kompetenz, die Interessen der Zahntechniker zu vertreten. Geschehen ist nichts! Vermutlich waren wir für die Gewerkschaftsbosse nicht lukrativ genug. Nachdem sich nun auch noch der Deutsche Zahntechniker Verband (dzv) aufgelöst hat, haben wir nur noch den „Freien Verband Zahntechnischer Laboratorien“, der für den Erhalt unserer Arbeitsplätze kämpft.“

„Als Zahntechnikermeister muss ich sämtliche gesetzliche Auflagen erfüllen, bevor ich als Gewerbebetrieb befugt bin, im Auftrag der Zahnärzte/innen Zahnersatz herzustellen. Der Zahnarzt jedoch, der u.U. vor Jahrzehnten in Vorbereitung auf sein Staatsexamen mühsam eine Prothese gebastelt und von Zahntechnik keine Ahnung hat, darf ein beliebig großes Praxislabor betreiben und mit Zahnersatz handeln, ohne dass sich irgendjemand um die Qualität kümmert.“

„Wir Zahntechniker sollen lt. SGB V mit jahrelangem Verzicht auf Preiserhöhungen die Beitragssatzstabilität der Krankenkassen gewährleisten. Aktuell haben die Krankenkassen fast 20 Milliarden Euro auf ihren Sparkonten. Diese Politik kann mir niemand mehr erklären. auf jeden Fall ist es an der Zeit, dass wir aus dem SGB V rauskommen, damit wir uns erfolgreich wehren können.“